
Das kirchliche Umweltmanagementsystem
Der Grüne Gockel / Grüne Hahn / Grüne Güggel
Der Grüne Gockel / Grüne Hahn bzw. Grüne Güggel (in der Schweiz) ist ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, das auf der EMAS-Verordnung aufbaut. Es wurde von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit KATE e.V. entwickelt und ist besonders auf die Belange von kirchlichen Organisationen abgestimmt. Das heißt beispielsweise, dass insbesondere für kleinere kirchliche Einrichtungen oder für Kirchengemeinden ein sehr niederschwelliger Einstieg in ein professionelles und hoch wirksames Umweltmanagementsystem mit dem Grünen Gockel ermöglicht wird. Die Schwerpunkte liegen vielerorts auf Ressourcensparen, Bildungsarbeit, Umweltkommunikation und Steuerung der indirekten Umweltauswirkungen.
Die Zertifizierung
Beim Grünen Hahn prüfen im externen oder Validierungsaudit Kirchliche Umweltrevisor:innen (KUR), ob das eingeführte Umweltmanagementsystem den Vorgaben des Grünen Hahns entspricht und die Angaben im Umweltbericht glaubhaft der Realität entsprechen.
Dies bestätigt der:die KUR, indem er:sie den Umweltbericht nach erfolgreicher Prüfung für "valide" erklärt (= Validierung). Per Gültigkeitserklärung empfiehlt der:die KUR der zuständigen Zertifizierungsstelle, die Gemeinde nach dem Grünen Hahn zu zertifizieren.
Zertifizierungsstellen sind in den (Landes-)Kirchen oder Bistümern angesiedelt. Hat eine Kirche oder ein Bistum (noch) keine eigenen Zertifizierungsstelle, kann sie diese Aufgabe an eine andere Kirche oder ein anderes Bistum übertragen. Die Zertifizierungsstelle ist erste Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den Grünen Gockel sowie den Validierungs- und Zertifizierungsprozess insgesamt. Im Fall von Unstimmigkeiten zwischen Revisor*in und Gemeinde/Einrichtung zieht sie gegebenenfalls als Clearingstelle den KirUm-Arbeitskreis Validierung hinzu.
Nach erfolgreicher Validierung stellt sie der Gemeinde bzw. Einrichtung ein Zertifikat aus und trägt sie in ihr Register ein. Häufig wird das Zertifikat öffentlichkeitswirksam in einem Gottesdienst oder einer Veranstaltung überreicht. In jedem Fall ist die Zertifizierung ein Anlass, den Erfolg der eigenen Umweltarbeit gebührend zu feiern.
Das Erfolgsgeheimnis
Das wirkliche Erfolgsgeheimnis für den Grünen Gockel und EMAS in der kirchlichen Praxis ist aber, dass die kirchlichen Organisationen bei der Einführung und im Betrieb kontinuierlich von ehrenamtlichen Kirchlichen Umweltauditor:innen beraten und betreut werden. In so gut wie allen Landeskirchen und Diözesen gibt es eine große Anzahl an ehrenamtlichen Frauen und Männer, die die im KirUm-Netzwerk eigens konzipierte Ausbildung zur / zum "Kirchliche(n) Umweltauditor:in" erfolgreich abgeschlossen haben.
Website
Auf einer eigens dafür eingerichteten Seite werden die Arbeitsschritte zur Einführung und Aufrechterhaltung des Grünen Hahns beschrieben.
Die Inhalte der Website und Arbeitsmaterialien stehen den Mitgliedskirchen des Netzwerks zur Verfügung. Für einen Zugang wenden Sie sich an die Netzwerk-Sprechenden.
