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Rote Äpfel gepflückt

Aktuelles

Wir trauern um Bernd Brinkmann

Die ökumenische Umwelt- und Klimaarbeit trauert um einen Pionier und Wegbereiter für das Kirchliche Umweltmanagement in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und darüber hinaus. Er war der erste Sprecher der Kirchlichen Umweltrevisor:innen (KUR) und arbeitete über zehn Jahre lang im Arbeitskreis Validierungsstandards des ökumenischen Netzwerks Kirchliches Umweltmanagements (KirUm) verantwortlich mit. Ökumenisch verbunden bildete er buchstäblich Hunderte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen in mehreren Landeskirchen und Bistümern aus; der Umweltrevisor prüfte selbst bundesweit unzählige Kirchengemeinden und Einrichtungen.


Als Religionspädagoge und Umweltpädagoge hatte Brinkmann schon in den 1990er Jahren ökologische Bestandsaufnahmen in kirchlichen Einrichtungen begleitet. Visionär erkannte er, dass gezieltes Umweltmanagement – ursprünglich nur für die gewerbliche Wirtschaft gedacht – auch für die Kirche gute Instrumente dafür bereitstellt, wie man vom Umweltwissen und Reden zum Tun kommt. Dafür passte er zusammen mit Helga Baur und Reinhard Gradmann aus der Württembergischen Landeskirche sowie Vera Flecken (KATE Stuttgart) ab dem Jahr 2000 die EU-Verordnung EMAS für Kirchengemeinden an: Der „Grüne Gockel“ war geboren.


Mit seiner pädagogischen Sensibilität schuf er erste Leitfäden und Praxishilfen für ein Grünes Buch, in dessen Rahmen seither kirchliche Umweltteams landauf, landab vor Ort ihr eigenes Umweltmanagement erfolgreich ein- und fortführen. Seine Ideen und Erfahrungen speiste er ein in das bundesweite Modellprojekt „Kirchliches Umweltmanagement“ (2001-2003), gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), bei dem er selbst einige der 16 Piloteinrichtungen und -gemeinden engagiert begleitete. Sie wollten auch danach in Kontakt bleiben: Das KirUm-Netzwerk gründete sich; beim 20jährigen Jubiläumsfest im September 2023 konnte er nicht mehr dabei sein.
Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Juli 2019 hat Bernd Brinkmann mit viel Energie zehn Jahre lang die Arbeitsstelle Klimacheck und Umweltmanagement der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) aufgebaut und geleitet. Der „Grüne Gockel“ – in west-, ost- und norddeutschen Bundesländern bekannt als „Grüner Hahn“, in der Schweiz als „Grüner Güggel“ – hat sich inzwischen weit verbreitet; sogar in Brasilien betreiben rund 30 Gemeinden Umweltmanagement nach dem „Gallo verde“ mit Unterlagen von Bernd Brinkmann. Nicht zuletzt greift das heutige Klimaschutzmonitoring der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und das Klimaschutzmanagement ihrer Gliedkirchen vielfach die auf Erfahrungen und Ergebnisse aus gut 25 Jahren Kirchliches Umweltmanagement zurück, für die er zeitlebens und maßgeblich an den Grundlagen schuf.


Bernd Brinkmann fühlte sich in seinem Leben und Wirken „seiner“ Kirche stets eng verbunden. Schöpfungsverantwortung war für ihn dabei stets ein Kernelement des christlichen Glaubens. Auch im Ruhestand engagierte er sich deshalb ehrenamtlich als Umweltbeauftragter in seinem Kirchenkreis Bayreuth und als KUR zunächst weiter, bis er wenig später schwer erkrankte. Er verstarb am 28. Dezember 2023 in Pegnitz im Kreis seiner Familie. Möge er Ruhe finden bei Gott, dem Liebhaber allen Lebens, wie Bernd Brinkmann durch sein zugewandtes Wesen und Wirken so engagiert und überzeugend geglaubt und verkündet hat – und möge Gottes Geist alle trösten, die um ihn trauern!


Für das ökumenische Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement (KirUm)
die Sprecher:innen: Christina Mertens, Carmen Ketterl, Stefan Weiland

 

 

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Liebe Mitglieder und Freude des Netzwerks Kirchliches Umweltmanagement,

zum Jahresende erreichte uns eine traurige Nachricht: Bernd Brink-mann (67) aus Pegnitz (Bayern), ist am 28. Dezember 2023 seinem Krebsleiden erlegen.

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