EMAS

Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das europäische Umwelt-Audit-System EMAS (Eco Management and Audit Scheme) als effektives Instrument des Umweltmanagements in Industrie, Wirtschaft und Gewerbe bewährt. Die Grundlage des Systems bildet die "EG-Umwelt-Audit-Verordnung" von 1993. Bei der Novellierung 2001 wurde das System für Verwaltungen und soziale Organisationen geöffnet, 2009 erfolgte die bisher letzte Änderung. Immer wurde darauf geachtet, dass die Eigeninitiative der Organisationen im Umweltschutz weiter gefördert wird.


Grundsätzlich basiert EMAS auf der Verpflichtung, über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus die eigene Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bestandsaufnahme, Programm und turnusmäßiger Soll-Ist-Vergleich gehören zu einem Regelkreislauf durch den dieser Prozess gewährleistet wird.

Wenn eine Organisation ein Umweltmanagement gemäß der EMAS-Verordnung aufbauen will, müssen die folgenden Schritte durchgeführt und als Systemelemente dauerhaft in der Organisation verankert werden.

 

Umweltprüfung
Bei der Umweltprüfung handelt es sich um die Ist-Bestandsaufnahme. Sie wird mit Hilfe von Checklisten vorgenommen, welche alle relevanten Umweltwirkungen des Standortes untersucht und bewertet sowie Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt.

Umweltpolitik
Die Umweltpolitik bildet den Rahmen und umfasst umweltorientierte Werte, strategische Gesamtziele und Handlungsgrundsätze, welche Orientierung für die mittel-bis langfristige Entwicklung in den Organisationen geben. Sie sind die Leitlinien der Organisation in der Umweltthematik.

Umweltprogramm
Basierend auf den Ergebnissen der Umweltprüfung und vor dem Hintergrund der Umweltpolitik erstellt die Einrichtung ein verbindliches Umweltprogramm: Konkrete Ziele und Maßnahmen werden definiert, Verantwortliche benannt, Fristen gesetzt und Ressourcen bereitgestellt.

Umweltmanagementsystem
Das Umweltmanagementsystem verankert den Umweltschutz in der Organisation. Zuständigkeiten und Mitwirkungsrechte werden in einem Handbuch definiert (z.B. Umweltbeauftragte/r), das Qualifikations- und Informationswesen sowie das Controlling werden festgelegt. Die Funktionstüchtigkeit des Systems wird in einem internen Audit bewertet und die Ergebnisse der obersten Leitung zur Entscheidung vorgelegt.

Umwelterklärung
Die Umwelterklärung informiert die interne und externe Öffentlichkeit über das Umweltengagement der jeweiligen Einrichtung. Sie enthält Angaben zu den Umweltschutzzielen, zur ersten Umweltprüfung, zum Umweltmanagementsystem sowie zum Umweltprogramm.

Validierung und Standortregistrierung
Ein/e Umweltgutachter/in prüft die Umwelterklärung und die anderen Bausteine des Systems, ob sie mit der Realität in der Einrichtung und mit den Anforderungen der EMAS-Verordnung übereinstimmen. Daraufhin kann die Einrichtung beantragen, in das EMAS-Standortregister eingetragen zu werden.

Dies sind alle Schritte zur Einführung des Umweltmanagements. Mit der Validierung ist aber nicht Schluss-, sondern lediglich ein Höhepunkt erreicht. In regelmäßigen Abständen werden in Umweltbetriebsprüfungen die Ergebnisse und Bestandteile des Systems bewertet, um kontinuierlich Verbesserungen in den Prozess einbauen zu können.

Grüner Gockel / Grüner Hahn

Der Grüne Gockel bzw. Grüne Hahn ist ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden und Einrichtungen. Es wurde von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit KATE entwickelt. und ist besonders auf die Belange von Kirchengemeinden und Einrichtungen abgestimmt. Das heißt beispielsweise, der Grüne Gockel basiert vielerorts auf ehrenamtlichen Strukturen, legt großen Wert auf Ressourcensparen, Bildungsarbeit, Umweltkommunikation und allgemein die indirekten Umweltauswirkungen.

 

 

Der Grüne Gockel wird in einem Leitfaden beschrieben, dem "Grünen Buch", das als Managementhandbuch, als Dokumentensammlung und als Handlungsanleitung dient. Dieses erklärt der Kirchengemeinde Schritt für Schritt, wie sie zum Ziel gelangt, einem zertifizierten Umweltmanagementsystem, das eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung bringt und dauerhaft wirkt, weil es durch eine breite Beteiligung der Gemeinde zustande kommt. Ergänzend zu dem Grünen Buch gibt es eine Vielzahl von Checklisten und Vorlagen, welche die Arbeit erleichtern.

 

Das Erfolgsgeheimnis

Das wirkliche Erfolgsgeheimnis ist aber, dass die Kirchengemeinden bei der Einführung kontinuierlich von ehrenamtlichen Kirchlichen Umweltauditoren und -auditorinnen beraten und betreut werden. In vielen Landeskirchen und Diözesen gibt es viele ehrenamtlich Frauen und Männer, die  eine eigens konzipierte Ausbildung "Kirchliche UmweltauditorInnen" erfolgreich abgeschlossen haben.

 

Die Zertifizierung

Die Zertifizierung der Gemeinden kann durch staatlich geprüfte Gutachter oder durch ehrenamtliche Kirchliche UmweltrevisorInnen erfolgen.
Somit sind alle Voraussetzungen gegeben, dass sich das Umweltmanagement nicht nur punktuell, sondern in die große Breite der Kirchen verbreiten kann:

 

    • Ein Umweltmanagementsystem, das die Gemeinden überzeugt.
    • Ein Betreuungskonzept, was den Aufwand für die Gemeinden überschaubar macht und die Motivation während der Einführungsphase erhalten hilft.
    • Ein Begutachtungssystem, das für Kirchengemeinden finanzierbar ist.
EMASplus

Mit dem integrierten Nachhaltigkeitsmanagement-System EMASplus legen Sie zusätzlich den Fokus auf CSR (Corporate Social Responsibility) und nachhaltiges Wirtschaften. Positionieren Sie sich mit EMASplus nicht nur als umweltbewusstes Unternehmen, sondern zeigen Sie nach außen, dass Ihr Unternehmen auch hohen Wert auf Sozialverträglichkeit und gesellschaftliche Verantwortung legt.

 

EMASplus folgt in Aufbau und Ablauf den EMAS-Standards. Die darauf basierende Richtlinie EMASplus ermöglicht die integrierte Zertifizierung des Nachhaltigkeitsmanagements nach EMAS und verknüpft darüber hinaus die Anforderungen von EMAS mit denen der ISO 26000.

 

EMASplus Siegel

 

Die besondere Stärke von EMASplus ist ein Verbesserungszyklus, der neben “Umwelt” auch die Themen „Ökonomie“ und „Soziales“ einbezieht und so eine Partizipation aller Beteiligten möglich macht. Über den Nachhaltigkeitsbericht wird eine transparente Information der Öffentlichkeit gewährleistet.