EMAS IV

Die neue EMAS-Verordnung ist in Kraft. Einige von Ihnen haben sich bereits für Ihre anstehenden Revalidierungen damit auseinander setzen dürfen. Die Verordnung finden Sie hier.

 

Außerdem gibt es einen Leitfaden mit den wichtigsten Änderungen vom UGA (Umweltgutachterausschuss). Diesen finden Sie hier.

 

 

Ältere Beiträge auf dieser Seite

 

Edmund Gumpert in Ruhestand verabschiedet

Unser langjähriger Kollege und Mitstreiter im Kirchlichen Umweltmanagement, Edmund Gumoert, hat Anfang März 2017 seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Einige Informationen zum Wirken von Edmund Gumpert finden Sie hier.

 

 

oeku.ch - Kirchliche Umweltberater sind einsatzbereit

Mit einem Kolloquium und einer Abschlussfeier ist der erste Kurs für kirchliche Umweltberaterinnen und Umweltberater zu Ende gegangen. Organisiert wurde der Kurs von oeku Kirche und Umwelt, beschlossen wurde er am Sitz der reformierten Landeskirche in Aarau. Rund zwanzig in der Schweiz ausgebildete Personen sind nun bereit, Kirchgemeinden und Pfarreien zum Umweltlabel Grüner Güggel zu führen. Der nächste Lehrgang beginnt im September 2017. Einen ausführlichen Berich finden Sie hier.

 

 

 

KirUm Netzwerktreffen am 07.03.2017

Umweltschutz in alltäglichen Abläufen fest verankern

 

Wolfgang Allgayer und Helga Baur als Sprecher bestätigt – Beim Reformationsjubiläum 2017 aktiv

 

WÜRZBURG/ STUTTGART. Bereits zum dritten Mal nach 2005 (Kilianshaus Würzburg) und 2012 (Tagungszentrum Schmerlenbach) fand das Jahrestreffen des ökumenischen „Netzwerks Kirchliches Umweltmanagement (KirUM)“ im Bistum Würzburg statt. Im generalsanierten Burkardushaus - Tagungszentrum am Dom trafen sich über dreißig Vertreter aus Evangelischen Landeskirchen, Bistümern, großen sozialen Einrichtungen und der Evangelisch-methodistischen Kirche um Erfahrungsaustausch und zur Beratung gemeinsamer Initiativen.

In zwei Monaten, vom 24. bis 27. Mai, wird das KirUm-Netzwerk beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin mit einem Stand vertreten sein. Ebenso beteiligt es sich an der „Themenwoche Bewahrung der Schöpfung“ vom 30. August bis 4. September im Rahmen der „Weltausstellung Reformation“ in Lutherstadt Wittenberg.

Die Versammlung bestätigte gemeinsame Standards für die Aus- und Weiterbildung jener Männer und Frauen, die als sog. „Kirchliche Umweltauditor(inn)en“ den Aufbau eines Umweltmanagementsystems in Einrichtungen und Kirchengemeinden bis zur Zertifizierungsreife begleiten. Hermann Hofstetter (München) präsentierte des Ergebnis einer bundesweiten Erhebung, in welchen Lernformen und Kursmodellen diese Inhalte und Qualifikationen vermittelt und überprüft werden. Die Evangelische Landeskirche Hannovers hat Materialien zum systematischen Umweltschutz auf kirchlichen Friedhöfen entwickelt.

Die beiden Sprecher des Netzwerks  - Helga Baur und Wolfgang Allgayer – wurden einstimmig für ein weiteres Jahr bestätigt. Diakonin Helga Baur (Stuttgart) ist seit über 15 Jahren als geschäftsführende Referentin für das Umweltaudit in Kirchengemeinden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zuständig. An der Entwicklung des an die kirchlichen Gegebenheiten angepassten Mangementkonzepts „Grüner Gockel/ Grüner Hahn“ war sie maßgeblich beteiligt. Wolfgang Allgayer ist Umweltbeauftragter des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Haus der Caritas in Stuttgart ist das Umweltmanagementsystem bereits seit 2005 nach der EU-Norm EMAS (Eco Management and Audit Scheme) validiert. Die Sprecher werden in der KirUm-Geschäftsstelle in Stuttgart von Daniela Kirchner unterstützt.

Maria Reuß, die Leiterin des Burkardushauses, stellte der Versammlung die Umweltleistungen im Haus vor, zu denen u.a. der bevorzugte Einsatz regional erzeugter Lebensmittel in der Küche, zwei fleischlose Tage, Ökostrom, Netzfreischaltung in den Gästezimmern für die Nacht, Fahrräder für Hausgäste und nachhaltig hergestellte Büroartikel gehören. Darauf aufbauend führt man derzeit ein Umweltmanagementsystem ein, das nach EMAS validiert werden soll.

Über 840 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen im ganzen Bundesgebiet können ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem vorweisen – oder stehen kurz vor der Validierung. Auch immer mehr große kirchliche Organisationen und Werke sind EMAS-zertifiziert – etwa das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (Berlin), das Diakonische Werk Bayern, die Bruderhaus Diakonie in Baden-Württemberg, das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, die Dienste für Menschen gGmbH oder die Evangelische Bank eG (Kassel).

Getragen wird das KirUm-Netzwerk von 65 Mitgliedern, zu denen inzwischen auch der Schweizer Verein „Oeku Kirche und Umwelt“ (Bern) gehört. Auf Einladung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck findet das Jahrestreffen 2018 am 6. März in Kassel statt.

Informationen zum Netzwerk KirUm im Internet unter www.kirum.org;
KirUm-Geschäftsstelle/ Daniela Kirchner, Blumenstr. 19. 70182 Stuttgart, Tel. 0711/ 248397-0.

 

KirUm trauert um Vera Flecken

 

Prägende Mitgestalterin des Kirchlichen Umweltmanagements

 

Wenige Tage vor ihrem 55. Geburtstag ist Vera Flecken am 9. März gestorben. Zwei Jahre lang hatte sie mit beeindruckender innerer Stärke und Zuversicht gegen ihre Krebserkrankung, um ihr Leben gekämpft. Als die Chancen auf Heilung gegen Null sanken, verzweifelte sie daran nicht, sondern vermochte ihren Weg anzunehmen. Welch bewundernswerte Haltung!

 

Vera Flecken hat wie kaum eine zweite die Entwicklung des Kirchlichen Umweltmanagements von Beginn an mitgestaltet – konzeptionell und organisatorisch. Seit Anfang 1999 war sie Mitarbeiterin bei kate Umwelt & Entwicklung in Stuttgart, die zusammen mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Heidelberg und der Clearingstelle Kirche und Umwelt (Benediktbeuern) im Jahr 2000 das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Modellvorhaben „Kirchliches Umweltmanagement“ in 16 großen evangelischen und katholischen Einrichtungen im Bundesgebiet startete. Vera Flecken wirkte maßgeblich (im wahrsten Sinn des Wortes) mit an den Curricula und Unterlagen für die Schulung und Weiterbildung der Akteure, der Erstellung der Handbücher, der Beratung und Begleitung vor Ort bis zur Validierungsreife nach EMAS. Zugleich entwickelte sie mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ein EMAS-konformes, aber an die besonderen Gegebenheiten in Kirchengemeinden angepasstes Managementkonzept „Grüner Gockel“, das bald bundesweit Kreise zog (in Nord- und Ostdeutschland unter der Marke „Grüner Hahn“). Mehr noch: Vera Flecken war aktiv daran beteiligt, Kirchliches Umweltmanagement über Deutschland hinaus in Österreich, Frankreich und sogar Weißrussland (Belarus) zu implementieren. Dabei sah sie – über Einsparerfolge hinaus - im Bewusstseinswandel bei den Mitgliedern der Leitungsgremien, Mitarbeitern und  Gemeindemitgliedern bzw. Nutzern den größten Vorzug des Kirchlichen Umweltmanagements.

 

Zur Begutachtung dieses kirchenspezifischen Managementkonzepts brauchte es sog. „Kirchliche Umweltrevisoren“; auch hier hat sich Vera Flecken bei der Formulierung des Anforderungsprofils, der Aus- und Weiterbildung der Umweltrevisoren sowie der Sicherung der Qualitätsstandards bleibende Verdienste erworben – im Zusammenwirken u.a. mit dem Verband Kirchliches Umweltmanagement (VKUM). Auf Vera Flecken zurück geht auch ein auf die EU-EMAS-Verordnung aufbauendes Konzept für Nachhaltigkeitsmanagement – kurz: EMASplus - , das neben den Umweltaspekten auch die wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen eines Unternehmens systematisch zu verbessern sucht.

 

Im Herbst 2007 schied Vera Flecken bei kate aus, arbeitete im Qualitätsmanagement und machte sich selbstständig. Weiterhin blieb sie im Kirchlichen Umweltmanagement tätig, etwa in der Ausbildung kirchlicher Umweltauditoren (noch bis 2016 im Erzbistum Köln).

 

Wie strukturiert und diszipliniert, zielstrebig und ausdauernd Vera Flecken arbeitete, kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass sie die anspruchsvolle Ausbildung zur Umweltgutachterin absolvierte. Als 2014 bei der Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für EMAS zugelassene Umweltgutachterin konnte sie dann leider nur noch kurze Zeit bei Umweltgutachter Michael Hub (Frankfurt) mitarbeiten ...

 

Vernetzung und Austausch aller Akteure waren für Vera Flecken ein wichtiges Anliegen. Dies förderte sie von Beginn an. Daraus entstand schnell das Netzwerk kirchliches Umweltmanagement - ein loser bundesweiter (und darüber hinausgehender) Zusammenschluss von Landeskirchen, Bistümern, Diözesen und Einrichtungen mit kirchlichem Umweltmanagementsystem. Vera Flecken arbeitete - auch wenn sie als Einzelperson nicht Mitglied sein konnte - mit am Ziel, "Grüner Gockel / Grüner Hahn"-weit einheitliche Standards festzulegen, möglichst alle zu beteiligen und so eine große und weite Wirksamkeit zu schaffen.

 

Edmund Gumpert findet sehr persönliche Worte:

 

Ich erachte es als kostbares Geschenk, dass ich Vera kennen lernen und mit ihr gut 16 Jahre – unterschiedlich intensiv, aber kontinuierlich – zusammenarbeiten durfte. Für meine eigene Arbeit  habe ich unsagbar viel von ihr gelernt; von ihrer hohen Kompetenz, ihrer Klarheit, ihren Rat und ihrem Feedback habe ich enorm profitiert. Dafür bin und bleibe ich ihr dankbar - mehr aber noch für ihre Freundschaft, ihre Ehrlichkeit, ihre Verlässlichkeit, für die wohltuende Ruhe und Souveränität, die sie ausstrahlte, für ihre vorbildliche Einstellung angesichts des Sterben-müssens. Das alles bleibt – auch über ihren Tod hinaus. In meinem Herzen wie in den Herzen vieler lebt Vera weiter! Und als Christ erhoffe und erbitte ich für sie unendliches Leben!

 

Danke Vera!