Aufruf an alle Christinnen und Christen - Mobilisierung für den Globalen Klimastreik am 19.3.2021

Gerne teilen wie folgenden Aufruf von ChristiansforFuture mit Ihnen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pfarrer und Pfarrerinnen, liebe Gemeindepädagogen und -pädagoginnen,

 

Für den 19. März plant die Bewegung FridaysforFuture wieder einen globalen Klimastreik, um auf die immer bedrohlicher werdende Klimakrise aufmerksam zu machen. Auch wenn aufgrund der Corona-Situation keine großen Demonstrationen möglich sein werden, wird es deutschlandweit Aktionen – in Präsenz und digital – geben, bei denen sich Christen und Christinnen beteiligen können.

 

Als ChristiansforFuture möchten wir Sie bitten, sich für Klimagerechtigkeit zu engagieren und Ihre Kanäle zu nutzen, um auf diesen Tag aufmerksam zu machen und Christinnen und Christen einzuladen sich zu beteiligen!

 

Wir bitten außerdem Gemeinden und kirchliche Ämter, sich als Institutionen an Aktionen zum Motto #nomoreemtypromises (bzw. #keineleerenversprechungenmehr) zu beteiligen.

 

Um darauf aufmerksam zu machen, stellen wir Ihnen gerne unsere Sharepics und Vorlagen für Aushänge zur Verfügung unter: https://christians4future.org/

 

Außerdem freuen wir uns, wie bereits im letzten Jahr, über Fotos von kirchlichen Gebäuden, die mit Transparenten oder Bannern (am Besten  selbstgestaltet) auf die Klimakrise aufmerksam machen oder gezielt auf den 19.3. als Klimaaktionstag hinweisen. Auf unserem Blog möchten wir eine Galerie der sich beteiligenden Gemeinden und Häuser zeigen. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie dabei sind. (Schicken sie diese einfach an kontakt@christians4future.org)

 

Falls Sie noch auf der Suche nach einem Banner sind, können diese zum Selbstkostenpreis bei uns bestellt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

ChristiansforFuture

 

 

 

Ältere Beiträge auf dieser Seite

 

Carmen Ketterl – die neue Sprecherin des KirUm-Netzwerks stellt sich vor

Liebe KirUm-Mitglieder,

 

beim KirUm-Jahrestreffen am 20. Oktober 2020 in München wurde ich zusammen mit Hermann Hofstetter zur Sprecherin des KirUm-Netzwerks gewählt. Für das Vertrauen, das mir mit dieser Wahl und ermutigenden Glückwünschen entgegengebracht wird, danke ich ganz herzlich. Viele von Ihnen und Euch kennen mich, denn ich bin dem kirchlichen Umweltmanagement schon lange verbunden. Begonnen hat für mich alles im Jahr 2001 mit einem Kurs zur Kirchlichen Umweltauditorin bei Helga Baur und Vera Flecken in Württemberg. Später wurde ich Umwelt- und Nachhaltigkeitsbeauftragte der Evangelischen Akademie Bad Boll und Kirchliche Umweltrevisorin. Meine Kenntnisse habe ich in einem Fernstudium Umweltwissenschaften vertieft und mich 2007 als Umweltberaterin selbstständig gemacht.

 

Ein paar Worte zu meinen Überzeugungen und meiner Motivation:

Wie kommen wir in der Kirche zu mehr Klimaschutz? Was fordert die Biodiversitätskrise von uns als Kirchen? Viele Einrichtungen und Gemeinden haben sich in den letzten 20 Jahren mit EMAS und dem Grünen Gockel/Grünen Hahn auf den Weg gemacht und leisten ganz praktisch Beiträge zum Klima- und Umweltschutz. Das kirchliche Umweltmanagement ist ein Erfolgsmodell, weil es uns mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess hilft, dran zu bleiben, selbst wenn gerade ein Virus im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Gleichzeitig scheuen aber auch die Kirchen – Abbild der Gesellschaft – die Radikalität, die im Klimaschutz dringend notwendig wäre. Die Umweltkrise selbst ist radikal und sie fordert von uns nichts weniger als Umkehr. Und Umkehr heißt nicht: ein bisschen verbessern. Ich schließe daraus: Wir müssen in unserer Kommunikation deutlicher werden. Wir dürfen auch heiklen Themen – wie z. B. den negativen Folgen des Autofahrens und Fleischessens – nicht aus dem Weg gehen. Ich wünsche mir, dass die Kirchen in der Bewältigung der Krise vorangehen und die Menschen im Veränderungsprozess begleiten.

Für mich heißt das ganz praktisch: Im KirUm-Netzwerk ist es mir wichtig, dass EMAS und der Grüne Gockel/ Grüne Hahn nahe beieinander bleiben. Wir müssen uns über gemeinsame Standards neu verständigen und diese im Netzwerk kommunizieren. Ich wünsche mir mehr Diskussion über inhaltliche Fragen und möchte gerne Probleme, die uns in der Praxis immer wieder begegnen, thematisieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen suchen.

Ich freue mich auf eine spannende Zeit und auf die gute Zusammenarbeit mit Hermann Hofstetter im Sprecher-Duo, mit Jana Zieger in unserer KirUm-Geschäftsstelle und mit Ihnen und Euch allen!

 

Ihre/Eure Carmen Ketterl

 

 

Als KirUm-Sprecherin ausgeschieden: Helga Baur

Frühzeitig hatte Helga Baur signalisiert, dass sie beim Jahrestreffen 2020 nicht erneut als Sprecherin kandidieren wird, zumal sie mit Erreichen der Altersgrenze zum 31. Dezember 2020 aus dem aktiven Berufsleben ausscheidet.

Im März hatte dieses Treffen bekanntlich wegen Corona nicht stattfinden können – und wegen der erneut stark gestiegenen Neuerkrankungen hatte Helga Baur zum „Nachholtermin“ am 20. Oktober nicht nach München anreisen dürfen.

Umso wichtiger ist es uns, ihr auf diesem Weg unseren Dank und unsere Wertschätzung zu bekunden:

 

 

DANKE, liebe Helga!

 

Standing ovations, anerkennende Worte, herzliche Umarmungen, viele Hände drücken … - das alles wäre mehr als angemessen gewesen, wenn Du nach sechseinhalb Jahren als Sprecherin unseres KirUm-Netzwerks abtrittst. Und die Räumlichkeiten der Katholischen Akademie in Bayern wären ein idealer, würdiger Ort dafür gewesen – zudem Zeichen unseres ökumenischen Miteinanders. So hatten wir uns das vorgestellt – doch es hat nicht sollen sein, wie schade!

 

Mit diesen Zeilen wollen wir Dich spüren lassen, wie sehr wir Dich schätzen, wie dankbar wir Dir sind: Dafür, wie und wie sehr Du Dich über all die Jahre eingebracht hast – in Deiner Landeskirche in Württemberg und weit darüber hinaus im ökumenischen Netzwerk, bei Kirchentagen u.a.; für Deine Geradlinigkeit und Offenheit, Deinen geradezu unermüdlichen Einsatz, Deine Konsequenz und Verbindlichkeit, Deine Freundschaft; dafür, dass Du all die Jahre DA warst und so vieles in Bewegung gebracht bzw. am Laufen gehalten hast.

Da passt es, dass gerade jetzt (im Oktober 2020) ein SPEZIAL-Heft der renommierten theologischen Monatszeitschrift Herder-Korrespondenz zum Thema „Verlorenes Paradies. Wie viel Religion die Schöpfung zur Rettung braucht“ erschienen ist. In ihr würdigen Mattias Kiefer (München) und Benedikt Schalk (Freiburg) auch Deine Arbeit, wenn sie herausstellen, „dass die Evangelische Landeskirche in Württemberg eine eigene Dachmarke für das Umweltmanagement erfunden hatte: den 'Grünen Gockel'. Dieser breitete sich aus, wurde im Norden zum 'Grünen Hahn', und verschiedene Akteure verknüpften sich ökumenisch zum „KirUm“, dem Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement. Heute besteht dieses Netzwerk aus mehr als 70 Netzknoten, von einzelnen Kirchengemeinden über kirchliche Einrichtungen bis hin zu Landeskirchen, Diözesen und Freikirchen, die mehr als 700 beteiligte Einrichtungen repräsentieren.“.

 

Und dieses Netzwerk hast Du nicht nur tatkräftig mit auf- und ausgebaut, sondern mit Deinem Wissen, Deiner Erfahrung, Deinen klaren Grundsätzen und Zielen wesentlich mit geprägt. Bei Dir als Sprecherin liefen viele Fäden zusammen; mit Wolfgang Allgayer bzw. Hermann Hofstetter hast Du – ohne groß Aufhebens davon zu machen – wirkungsvoll die Abläufe und Projekte koordiniert und das Netzwerk an vielen Stellen vertreten.

 

Noch bis zum letzten Arbeitstag wirst Du Dich umtriebig um „alles“ kümmern. Umso inniger wünschen wir Dir, dass Dir die Umstellung auf eine neue Lebensphase ohne vollen Terminkalender und ohne to-do-Listen rasch gelingt und Du es genießen kannst, Dir entspannt Deinen Tag selbst zu gestalten. Und wir wünschen uns, dass Du uns verbunden bleibst und wir Dir bald wieder „leibhaftig“ begegnen können.

 

Carmen Ketterl - Hermann Hofstetter – Edmund Gumpert

 

 

Über die Verabschiedung Helga Baurs aus dem Dienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg berichten wir im Infodienst Nr.1/2021.

 

 

 

Die Corona-Pandemie und Schöpfung bewahren / Schöpfungsgerechtigkeit

Viele ganz verschiedene Beiträge sind in einer Sammlung „Zusammenhänge von Corona Krise, ökologischer Krise und Nachhaltigkeit“ zu den Themen

  • Theologische und kirchliche Beiträge zum /Umgang mit der Coronakrise
  • Naturwissenschaftliche Zusammenhänge
  • Verhältnis Klimakrise und Coronakrise
  • Wie kann/soll es nach der Coronakrise weitergehen?

zur Diskussion zusammengetragen.

 

Sie finden die Texte unter https://www.ekd.de/coronakrise-okologische-krise-und-nachhaltigkeit-55144.htm

 

 

Weitere spannende Texte:

 

 

 

 

 

  • Die Wissenschaftsplattform schaut aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Pandemie und das, was sie auslöst: https://www.wpn2030.de/

 

 

 

 

Traue dich, o Christenheit!

"Über die Hälfte der Deutschen sind bis heute Mitglieder der großen Kirchen. Die positionieren sich glasklar zum Klimawandel. Warum zur Hölle zeigt das so wenig Wirkung?"

 

Rezo kommentiert auf ZEIT ONLINE kirchliches Klimaschutzengagement

> Hier < geht's zum lesenswerten Artikel.

 

 

 

 

Wir gratulieren

Günter Koschwitz zum 65. Geburtstag

Am Samstag, 16. November hat Günter Koschwitz, Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand von KATE Stuttgart e.V., sein 65. Lebensjahr vollendet. Er hat maßgeblichen Anteil an der Entstehung des Kirchlichen Umweltmanagements und unseres ökumenischen „Netzwerks Kirchliches Umweltmanagement“: Im Kontakt zu den Umweltbeauftragten in den Gliedkirchen der EKD und der katholischen (Erz-)Bistümer initiierte er das Modellvorhaben „Kirchliches Umweltmanagement“ (2001-2003). Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück erprobten 16 evangelische und katholische Modelleinrichtungen, inwieweit das ursprünglich für gewerbliche Unternehmen entwickelte UM-Konzept EMAS auch für kirchliche Einrichtungen geeignet ist. Projektträger waren KATE Stuttgart e.V., die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Heidelberg und die damalige Clearingstelle Kirche und Umwelt (Benediktbeuern). Der Abschlusskongress 2003 war zugleich die Geburtsstunde des KirUm-Netzwerks, das bei KATE Stuttgart eine kleine KirUm-Geschäftsstelle ansiedeln konnte. Stark machte sich Koschwitz auch für das KirUm-Aktionsjahr 2007/2008, bei dem durch Tagungen und Workshops in Kirche und Gesellschaft für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit geworben wurde. Verdient gemacht hat sich Koschwitz auch durch konzeptionelle Weiterentwicklungen in Trägerschaft von KATE Stuttgart e.V. - etwa das von Vera Flecken bei KATE erarbeitete Nachhaltigkeitskonzept EMASplus – sowie Projekte wie „Sustainable Churches“. In Württemberg wurde das EMAS-kompatible Konzept „Grüner Gockel – Umweltmanagement in Kirchengemeinden“ entwickelt, das sich rasch verbreiten sollte.

Lieber Herr Koschwitz, die Saat, die Sie vor zwanzig Jahren ausgesät haben, ist aufgegangen: Weit über tausend Einrichtungen und Kirchengemeinden verschiedener Konfession im deutschen Sprachraum tragen durch fest installiertes Umweltmanagement zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistung und damit zu Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaschutz bei und fördern nachhaltiges Denken und Handeln in breiten Bevölkerungskreisen. In Dokumenten der Kirchenleitungen wird inzwischen betont, wie wichtig Umweltmanagement für Klimaschutz und praktizierte Schöpfungsverantwortung ist.

Danke für Ihre Weitsicht, Ihre Risikobereitschaft, Ihren Ideenreichtum und Ihre Kooperation! In den nächsten Monaten mögen Sie Ihr berufliches Wirken zu Ihrer Zufriedenheit abschließen. Alles Gute wünschen wir Ihnen schon heute für die nachberufliche Lebenszeit.

 

Für das KirUm-Netzwerk

Helga Baur und Hermann Hofstetter, Sprecher

 

 

 

EMAS IV

Die neue EMAS-Verordnung ist in Kraft. Einige von Ihnen haben sich bereits für Ihre anstehenden Revalidierungen damit auseinander setzen dürfen. Die Verordnung finden Sie hier.

 

Außerdem gibt es einen Leitfaden mit den wichtigsten Änderungen vom UGA (Umweltgutachterausschuss). Diesen finden Sie hier.

 

 

Evangelische Bank erfolgreich nach EMASplus revalidiert

Hier geht´s zur Pressemitteilung

 

 

Edmund Gumpert in Ruhestand verabschiedet

Unser langjähriger Kollege und Mitstreiter im Kirchlichen Umweltmanagement, Edmund Gumpert, hat Anfang März 2017 seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Einige Informationen zum Wirken von Edmund Gumpert finden Sie hier.

 

 

oeku.ch - Kirchliche Umweltberater sind einsatzbereit

Mit einem Kolloquium und einer Abschlussfeier ist der erste Kurs für kirchliche Umweltberaterinnen und Umweltberater zu Ende gegangen. Organisiert wurde der Kurs von oeku Kirche und Umwelt, beschlossen wurde er am Sitz der reformierten Landeskirche in Aarau. Rund zwanzig in der Schweiz ausgebildete Personen sind nun bereit, Kirchgemeinden und Pfarreien zum Umweltlabel Grüner Güggel zu führen. Der nächste Lehrgang beginnt im September 2017. Einen ausführlichen Berich finden Sie hier.

 

 

 

KirUm Netzwerktreffen am 07.03.2017

Umweltschutz in alltäglichen Abläufen fest verankern

 

Wolfgang Allgayer und Helga Baur als Sprecher bestätigt – Beim Reformationsjubiläum 2017 aktiv

 

WÜRZBURG/ STUTTGART. Bereits zum dritten Mal nach 2005 (Kilianshaus Würzburg) und 2012 (Tagungszentrum Schmerlenbach) fand das Jahrestreffen des ökumenischen „Netzwerks Kirchliches Umweltmanagement (KirUM)“ im Bistum Würzburg statt. Im generalsanierten Burkardushaus - Tagungszentrum am Dom trafen sich über dreißig Vertreter aus Evangelischen Landeskirchen, Bistümern, großen sozialen Einrichtungen und der Evangelisch-methodistischen Kirche um Erfahrungsaustausch und zur Beratung gemeinsamer Initiativen.

In zwei Monaten, vom 24. bis 27. Mai, wird das KirUm-Netzwerk beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin mit einem Stand vertreten sein. Ebenso beteiligt es sich an der „Themenwoche Bewahrung der Schöpfung“ vom 30. August bis 4. September im Rahmen der „Weltausstellung Reformation“ in Lutherstadt Wittenberg.

Die Versammlung bestätigte gemeinsame Standards für die Aus- und Weiterbildung jener Männer und Frauen, die als sog. „Kirchliche Umweltauditor(inn)en“ den Aufbau eines Umweltmanagementsystems in Einrichtungen und Kirchengemeinden bis zur Zertifizierungsreife begleiten. Hermann Hofstetter (München) präsentierte des Ergebnis einer bundesweiten Erhebung, in welchen Lernformen und Kursmodellen diese Inhalte und Qualifikationen vermittelt und überprüft werden. Die Evangelische Landeskirche Hannovers hat Materialien zum systematischen Umweltschutz auf kirchlichen Friedhöfen entwickelt.

Die beiden Sprecher des Netzwerks  - Helga Baur und Wolfgang Allgayer – wurden einstimmig für ein weiteres Jahr bestätigt. Diakonin Helga Baur (Stuttgart) ist seit über 15 Jahren als geschäftsführende Referentin für das Umweltaudit in Kirchengemeinden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zuständig. An der Entwicklung des an die kirchlichen Gegebenheiten angepassten Mangementkonzepts „Grüner Gockel/ Grüner Hahn“ war sie maßgeblich beteiligt. Wolfgang Allgayer ist Umweltbeauftragter des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Haus der Caritas in Stuttgart ist das Umweltmanagementsystem bereits seit 2005 nach der EU-Norm EMAS (Eco Management and Audit Scheme) validiert. Die Sprecher werden in der KirUm-Geschäftsstelle in Stuttgart von Daniela Kirchner unterstützt.

Maria Reuß, die Leiterin des Burkardushauses, stellte der Versammlung die Umweltleistungen im Haus vor, zu denen u.a. der bevorzugte Einsatz regional erzeugter Lebensmittel in der Küche, zwei fleischlose Tage, Ökostrom, Netzfreischaltung in den Gästezimmern für die Nacht, Fahrräder für Hausgäste und nachhaltig hergestellte Büroartikel gehören. Darauf aufbauend führt man derzeit ein Umweltmanagementsystem ein, das nach EMAS validiert werden soll.

Über 840 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen im ganzen Bundesgebiet können ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem vorweisen – oder stehen kurz vor der Validierung. Auch immer mehr große kirchliche Organisationen und Werke sind EMAS-zertifiziert – etwa das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (Berlin), das Diakonische Werk Bayern, die Bruderhaus Diakonie in Baden-Württemberg, das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, die Dienste für Menschen gGmbH oder die Evangelische Bank eG (Kassel).

Getragen wird das KirUm-Netzwerk von 65 Mitgliedern, zu denen inzwischen auch der Schweizer Verein „Oeku Kirche und Umwelt“ (Bern) gehört. Auf Einladung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck findet das Jahrestreffen 2018 am 6. März in Kassel statt.

Informationen zum Netzwerk KirUm im Internet unter www.kirum.org;
KirUm-Geschäftsstelle/ Daniela Kirchner, Blumenstr. 19. 70182 Stuttgart, Tel. 0711/ 248397-0.

 

KirUm trauert um Vera Flecken

 

Prägende Mitgestalterin des Kirchlichen Umweltmanagements

 

Wenige Tage vor ihrem 55. Geburtstag ist Vera Flecken am 9. März gestorben. Zwei Jahre lang hatte sie mit beeindruckender innerer Stärke und Zuversicht gegen ihre Krebserkrankung, um ihr Leben gekämpft. Als die Chancen auf Heilung gegen Null sanken, verzweifelte sie daran nicht, sondern vermochte ihren Weg anzunehmen. Welch bewundernswerte Haltung!

 

Vera Flecken hat wie kaum eine zweite die Entwicklung des Kirchlichen Umweltmanagements von Beginn an mitgestaltet – konzeptionell und organisatorisch. Seit Anfang 1999 war sie Mitarbeiterin bei kate Umwelt & Entwicklung in Stuttgart, die zusammen mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Heidelberg und der Clearingstelle Kirche und Umwelt (Benediktbeuern) im Jahr 2000 das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Modellvorhaben „Kirchliches Umweltmanagement“ in 16 großen evangelischen und katholischen Einrichtungen im Bundesgebiet startete. Vera Flecken wirkte maßgeblich (im wahrsten Sinn des Wortes) mit an den Curricula und Unterlagen für die Schulung und Weiterbildung der Akteure, der Erstellung der Handbücher, der Beratung und Begleitung vor Ort bis zur Validierungsreife nach EMAS. Zugleich entwickelte sie mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ein EMAS-konformes, aber an die besonderen Gegebenheiten in Kirchengemeinden angepasstes Managementkonzept „Grüner Gockel“, das bald bundesweit Kreise zog (in Nord- und Ostdeutschland unter der Marke „Grüner Hahn“). Mehr noch: Vera Flecken war aktiv daran beteiligt, Kirchliches Umweltmanagement über Deutschland hinaus in Österreich, Frankreich und sogar Weißrussland (Belarus) zu implementieren. Dabei sah sie – über Einsparerfolge hinaus - im Bewusstseinswandel bei den Mitgliedern der Leitungsgremien, Mitarbeitern und  Gemeindemitgliedern bzw. Nutzern den größten Vorzug des Kirchlichen Umweltmanagements.

 

Zur Begutachtung dieses kirchenspezifischen Managementkonzepts brauchte es sog. „Kirchliche Umweltrevisoren“; auch hier hat sich Vera Flecken bei der Formulierung des Anforderungsprofils, der Aus- und Weiterbildung der Umweltrevisoren sowie der Sicherung der Qualitätsstandards bleibende Verdienste erworben – im Zusammenwirken u.a. mit dem Verband Kirchliches Umweltmanagement (VKUM). Auf Vera Flecken zurück geht auch ein auf die EU-EMAS-Verordnung aufbauendes Konzept für Nachhaltigkeitsmanagement – kurz: EMASplus - , das neben den Umweltaspekten auch die wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen eines Unternehmens systematisch zu verbessern sucht.

 

Im Herbst 2007 schied Vera Flecken bei kate aus, arbeitete im Qualitätsmanagement und machte sich selbstständig. Weiterhin blieb sie im Kirchlichen Umweltmanagement tätig, etwa in der Ausbildung kirchlicher Umweltauditoren (noch bis 2016 im Erzbistum Köln).

 

Wie strukturiert und diszipliniert, zielstrebig und ausdauernd Vera Flecken arbeitete, kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass sie die anspruchsvolle Ausbildung zur Umweltgutachterin absolvierte. Als 2014 bei der Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für EMAS zugelassene Umweltgutachterin konnte sie dann leider nur noch kurze Zeit bei Umweltgutachter Michael Hub (Frankfurt) mitarbeiten ...

 

Vernetzung und Austausch aller Akteure waren für Vera Flecken ein wichtiges Anliegen. Dies förderte sie von Beginn an. Daraus entstand schnell das Netzwerk kirchliches Umweltmanagement - ein loser bundesweiter (und darüber hinausgehender) Zusammenschluss von Landeskirchen, Bistümern, Diözesen und Einrichtungen mit kirchlichem Umweltmanagementsystem. Vera Flecken arbeitete - auch wenn sie als Einzelperson nicht Mitglied sein konnte - mit am Ziel, "Grüner Gockel / Grüner Hahn"-weit einheitliche Standards festzulegen, möglichst alle zu beteiligen und so eine große und weite Wirksamkeit zu schaffen.

 

Edmund Gumpert findet sehr persönliche Worte:

 

Ich erachte es als kostbares Geschenk, dass ich Vera kennen lernen und mit ihr gut 16 Jahre – unterschiedlich intensiv, aber kontinuierlich – zusammenarbeiten durfte. Für meine eigene Arbeit  habe ich unsagbar viel von ihr gelernt; von ihrer hohen Kompetenz, ihrer Klarheit, ihren Rat und ihrem Feedback habe ich enorm profitiert. Dafür bin und bleibe ich ihr dankbar - mehr aber noch für ihre Freundschaft, ihre Ehrlichkeit, ihre Verlässlichkeit, für die wohltuende Ruhe und Souveränität, die sie ausstrahlte, für ihre vorbildliche Einstellung angesichts des Sterben-müssens. Das alles bleibt – auch über ihren Tod hinaus. In meinem Herzen wie in den Herzen vieler lebt Vera weiter! Und als Christ erhoffe und erbitte ich für sie unendliches Leben!

 

Danke Vera!